Brachland

Bühne, Freitag, 20.09.2019, 19.30 Uhr, Millerzimmer

Wort & Musik im Münchner Künstlerhaus

Ein Monolog von Brian Lausund

Schauspiel: Rüdiger Bach
Regie: Uwe Lohr

Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler.
Ingeborg Bachmann

Es gärt in Deutschland. Im Umgang mit dem was und vor allem warum es passiert, herrscht beunruhigende Sprach- und Hilflosigkeit. Die Wahlerfolge der AfD rufen uns zur Auseinandersetzung auf, es heißt, man müsse die Ängste der Bürger ernst nehmen. Doch wie sind diese Ängste entstanden, wie entstehen sie noch?

Zum Beispiel bei den Bürgern in Ostdeutschland - sie haben in der DDR und trotz der DDR gearbeitet, sie haben oft mit Redlichkeit und Engagement viel geleistet. Heute sind ihre Lebensleistungen vergessen. Über die Wirtschaft und das Arbeiten wird nicht mehr gesprochen, als gehöre alles, jedes und jeder einfach auf die Müllhalde der Geschichte. Heute fühlen sie sich von einer neuen Gesellschaftsordnung nicht mitgenommen und finden sich in ihr nicht wieder, leiden unter dem fortdauernden Nichtverstehen, dem Nichtverstandenwerden zwischen Ost und West – das Nationale erscheint vielen als sichere Zuflucht in bedrohlicher Zeit.

Mark ist so einer. Zu konfliktscheu fürs Büro, zu langsam fürs Fließband und auf dem Klavier ist er nie über „Für Elise" hinausgekommen. Trotz zwei Jobs wertlos und nicht wahrgenommen, abgehängt, brachliegendes Potential, ein „Muster ohne Wert", wie seine Oma ihn nannte.

Doch das ändert sich gerade. Er stellt Fragen, die keiner hören will, er spielt mit seiner rechten Gesinnung „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?" Und wenn wir keine neuen Antworten auf seine „Und wenn er aber kommt?"- Frage finden, dann ist das Spiel aus und wir haben alle verloren.

Pressestimmen

„Brachland" ist eine Herausforderung. Da formuliert sich etwas vom Rand, aus der nationalen Schlacke. Wer keinen Beitrag zum Erfolg unserer Gesellschaft leistet bleibt unbeachtet, ist ungefragt und fängt an, selbst Fragen zu stellen.

„Das sehenswerte Stück hat jede Aufmerksamkeit verdient...Rüdiger Bach gelingt ein kleines Wunder mit Brachland". (Passauer Neue Presse 30.10.2017)

„Rüdiger Bach spielt furios, mal unwirsch polternd, mal zögernd, mal ätzend, selten lautstark und aggressiv, keineswegs dröhnend, eher verletzlich, also nicht so, wie Reschtspopulisten aller Schattierungen gemeinhin auftreten." (Bayerischer Rundfunk 04.05.2018)

Spieldauer ca. 70 Minuten ohne Pause; ab 16 Jahren

Im Anschluss besteht die Möglichkeit, an einer Diskussion teilzunehmen

Brian Lausund

1969 in Seattle, USA geboren, studierte Regie und Schauspiel an der Theaterakademie in Ulm. Gemeinsam mit dem Ensemble entwickelte Brian Lausund einen radikalen künstlerischen Kurs am Theater Ravensburg. Innerhalb von sechs Jahren ist dadurch aus diesem Zimmertheater mit vier Arbeitsplätzen und 60 Sitzen ein neu gebautes, schuldenfreies Kleintheater mit 15 Arbeitsplätzen und 160 Sitzen geworden.

Nach sieben Jahren am Bodensee wechselt Brian Lausund nach Hamburg und arbeitet als freischaffender Regisseur und Dramaturg unter anderem für das Deutsche Schauspielhaus Hamburg, das Staatstheater in Köln und die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Daneben entstehen unter seiner Regie Produktionen, wie etwa die mehrfach ausgezeichnete Show „StageTV" in Zürich oder die Dinnershows „Palazzo" für Alfons Schuhbeck in München und Harald Wohlfahrt in Stuttgart.

Von 2007 bis 2011 war Brian Lausund als Oberspielleiter am Dreispartenhaus „Theater an der Rott" in Niederbayern engagiert, dem einzigen Landkreistheater Deutschlands. Seit August 2011 ist er wieder am Bodensee sesshaft und arbeitet freischaffend als Kabarettist, Regisseur, Autor und als Geschäftsführer des Hoftheaters Baienfurt.

Eine Produktion des Theaters an der Rott.


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Presse

Pressmitteilung Brachland

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