Münchner Künstlerhaus

Das Haus soll allen Künstlern Münchens ein Sammelplatz sein, ein Mittelpunkt für Frohsinn, Rat und erste Tat“, hieß es in der Urkunde, die bei der Grundsteinlegung des Münchner Künstlerhauses 1893 verlesen und anschließend eingemauert wurde.

Entstanden war die Idee dieses Hauses aus dem Kreis der Künstlergesellschaft Allotria, in der sich berühmte Maler, Bildhauer, Musiker und bedeutende Vertreter der Münchener Gesellschaft zusammen gefunden hatten. Als Prinzregent Luitpold von Bayern 1900 das Münchner Künstlerhaus einweihte, war der Hauptgedanke seiner Gründerväter verwirklicht: ein Treffpunkt der Künstler mit der Gesellschaft.

Im Geist des Historismus baute Gabriel von Seidl ein Neorenaissance-Gebäude, das als Zentrum der Geselligkeit zu einem zeitgeschichtlichen Denkmal für die Jahrhundertwende wurde. Das Großbürgertum, die Familien der Brauer und neue Industrielle feierten mit den geadelten Künstlern dieser Zeit. Unter ihnen Franz von Lenbach, Fritz August Kaulbach und Franz von Stuck, die als Initiatoren und geistigen Urheber vieler großer Feste galten.

Im 2. Weltkrieg schwer zerstört, wurde das Haus vom Münchner Künstlerhaus Verein wieder aufgebaut, der Architekt war Prof. Dr. Erwin Schleich. Als das Münchner Künstlerhaus 1961 durch Herzog Albrecht von Bayern wiedereröffnet wurde, versprach man sich einen Neuanfang im Glanz der Tradition. Wirtschaftliche Probleme aus der Baufinanzierung hatten die Präsenz des Hauses im kulturellen Leben Münchens jedoch zeitweise eingeschränkt. Zwar war das Haus Tagungsort vieler Kongresse, der Film- und Medientage, doch musste sich die Gründungsidee des Münchner Künstlerhaus dem jeweiligen Verwendungszweck unterordnen.

Seit 1998 werden vielfältige Schritte unternommen, eine ausgewogene Synthese aus der Gründungsidee einerseits und wirtschaftlicher Verantwortung und Nutzung andererseits zu erzeugen. Hierbei stehen die Vermietung des Münchner Künstlerhauses für Tagungen, Kongresse und Familienfeiern genau so im Blickfeld wie das facettenreiche hauseigene Kulturprogramm. Mit der Umwandlung der Trägerschaft in eine Stiftung haben Maja und Peter Grassinger in ihrer Präsidentschaft der Idee des Hauses wieder eine stärkere Aussage gegeben. Zahlreiche neue Verbindungen und Initiativen sind lebendige Gegenwart und lassen das Münchner Künstlerhaus in eine hoffnungsvolle Zukunft blicken.

Nach der Ausstellung Salvador Dalí "Das Goldene Zeitalter" im Jahr 2013, die rund 20.000 Besucher internationale begeisterte, folgt dieses Jahr die HUNDERTWASSER HASEGAWA-Ausstellung "Orient & Okzident".

Weitere Informationen finden Sie unter www.kuenstlerhaus-muc.de.

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