Zwei Einakter,
Freitag, 20.01.2012, 19.00 Uhr,
Festsaal
Franz von Suppé ''Die schöne Galathée" & Jacques Offenbach ''Häuptling Abendwind''
Kammeroper München
Zwei Einakter von Franz von Suppéund Jaques Offenbach
Regie von Dominik Wilgenbus
arrangiert von Alexander Krampe
Inhalt:
Die schöne Galathée
Paris in postmythologischer Zeit.
In aller Frühe taucht Kunstmäzen Monsieur Midou im Atelier des
Bildhauers Pylargon auf. Von dessen Faktotum Gérard erfährt er, dass
sein Protegé am Vorabend die erstaunlicherweise vollkommen klassische
Darstellung der mythologischen „Galathée“ fertiggestellt hat.
Ist schon Midou von der Schönheit der Statue überwältigt, so sprengt
Pylargons Liebe zu seinem Werk, getreu dem antiken Vorbild Pygmalion,
die Grenzen der Realität. Und wie dort, bewirkt übermenschliche
Sehnsucht auch jetzt ein Wunder: der Stein erwacht zum Leben.
Pylargon lässt Galathée in dem fatalen Glauben, zweitausend Jahre
verschlafen zu haben. So hält sie ihn für Pygmalion und Gérard für den
schönen Ganymed auf der Flucht vor den lüsternen Nachstellungen des
Zeus. Der Widerstand gegen ihre Verführung löst bei Gérard eine
eigenwillige Kulturkritik aus. Statt die Statue zu kaufen, will Midou
nun die leibhaftige Galathée mit teuren Geschenken erobern. Der Bezug
zum sagenhaften Reichtum des Midas macht die Trias der mythologischen
Parallelen komplett. Da Galathée auf keines ihrer drei Mannsbilder
verzichten will, eskaliert die Situation. Pylargon und Midou werden
handgreiflich, Gérard aber: schwach!
In ihrer eigenen Ohnmacht wünschen sich die Männer die Geliebte als
wehr– und harmloses Standbild zurück. Die Verwandlung Galathées in ein
abstraktes Kunstobjekt bedeutet das Ende.
Häuptling Abendwind
Die Insel der Groß–Lulu in der Südsee zur gleichen Zeit.
Das bevorstehende Gipfeltreffen zwischen den Kannibalenhäuptlingen
Abendwind und Hasenzahn ist in Gefahr, hat Abendwind doch gerade
Niemanden, den er seinem Gast beim Staatsbankett vorsetzen könnte.
Zum Glück hat ein heftiger Sturm den Pariser Friseur Arthur angespült.
Mit Kamm & Schere, einer klingenden Taschenuhr und seiner
haarsträubenden Lebensgeschichte erobert er das Herz von Abendwinds
Tochter Atala sofort. Dessen auffallende Gastfreundlichkeit durchschauen
beide nicht, arglos und hungrig spaziert Arthur zu Chefkoch
Voll–Zerzaust in die Küche. Das Wiedersehen von Abendwind und Hasenzahn
verläuft nicht spannungsfrei. Über die wachsende Zivilisationsgefahr
besteht Uneinigkeit, außerdem verdächtigen sie sich gegenseitig,
einander die Ehefrau aufgefressen zu haben. Die ahnungslose Atala sucht
inzwischen ihren Arthur.
Im köstlichen Festmahl finden sich immer mehr Friseurutensilien.
Zuletzt ertönt aus Hasenzahns Bauch die Melodie der Taschenuhr und
enthüllt die grausige Wahrheit: Arthur war Hasenzahns Sohn, extra aus
Paris zurückbeordert, um durch Heirat mit Atala die Expansionspolitik
seines Vaters zu unterstützen.
Abendwind schlägt die Anrufung des heiligen Orakels vor, ein
Stammeskrieg sei ja nicht nötig, wenn man seinen Ausgang kenne. Auf dem
Höhepunkt der Zeremonie streift der große Krokobär sein Fell ab – und
zum Vorschein kommt Arthur. Er hat Chefkoch Voll–Zerzaust bestochen,
statt seiner das Orakel zu braten, und so kommt doch noch alles zu einem
guten Ende.
Regie – Dominik Wilgenbus
Arrangement – Alexander Krampe
Musikalische Leitung – Nabil Shehata
Ensemble der Kammeroper München
Die Solisten:
Die schöne Galathée
Monsieur Pylargon, ein Bildhauer – Mathias Frey
Gérard, sein Faktotum – Maximilian Nowka
Monsieur Midou, ein Kunstmäzen – Georg Führer
Mademoiselle Galathée, ein Mythos – Elisabeth Pratscher
Glou-Glou, ein Haustier – Moritz Trauzettel
Häuptling Abendwind
Abendwind, Häuptling der Groß-Lulu – Maximilian Nowka
Atala, seine Tochte – Elisabeth Pratscher
Hasenzahn, Häuptling der Papa-Tutu – Georg Führer
Arthur, ein Frisör aus Frankreich – Mathias Frey
Voll-Zerzaust, Abendwinds Chefkoch – Moritz Trauzettel
Die Musiker:
Flöte – Christiane Steffens
Klarinette – Christophe Gördes
Trompete – Vjeran Jezek
Fagott – Ruth Gimpel
Violinen – Felix Weber, Anne Schinz
Viola – Susanne Weis
Violoncello – Thomas Wollenweber
Akkordeon – Alexander Kuralionok
Kontrabass – Maximilian Fraas
Jazzpiano – Tizian Jost
Percussion – Sascha Gotowtschikow
Eine Produktion von „Projekt
Kammeroper in München e.V." in Kooperation mit der
Münchner Künstlerhaus-Stiftung
Karten über München Ticket Telefon 089 / 54 81 81 81

